
German Crayfish Articles/Deutsche Artikel
Cherax destructor Der Yabby
Einer der wohl bekanntesten Krebsarten in unseren Aquarien und auch den Chefköchen nicht gänzlich
unbekannt ist Cherax destructor ein aus Australien stammender Krebs der von der einheimischen Bevölkerung
auch Yabby ( ein Wort aus dem Sprachschatz der Aborigines )genannt wird. Historische Funde belegen das die Eingeborenen
schon vor mehr als 28.000 Jahren den Geschmack dieser Tiere genossen . Seinen Gattungsamen Cherax hat der Krebs
aus dem griechischen (ursprünglich Charax - grob übersetzt ein Lineal oder ein Gegenstand mit dem man
gerade Linien zieht ) was jedoch einem Schreibfehler zugrunde liegen soll. Der Artname destructor bedeutet soviel
wie der Zerstörer . Der erste Name den dieser Krebs hatte war Cherax albidus und wurde benannt nach den weißen
Lehmgruben in denen Cherax albidus (albido = lat. Weiß )sich sehr gerne aufhält. 1936 von der Wissenschaftlerin
Dr. Ellen Clark vergeben die damals an dem Museum von Victoria arbeitete und diese Krebse taxonomisch bearbeitete.
Mittlerweile taucht der Name Cherax albidus auch öfter in den Händlerlisten auf und manche Liebhaber
wissen nun nicht genau welchem Tier dieser Name nun zugeordnet ist.
Genaueres Nachfragen bei meinem Freund David Royal, einem Krebsexperten aus Australien, ergab das es sich bei
Cherax albidus und Cherax destructor um den selben Krebs handelt der aber auch heute noch manchmal unter 2 verschiedenen
Bezeichnungen verschickt wird und daraufhin bei manchem Aquarianern zu Verwirrung führt.
Doch auch von den Händlern wird Cherax albidus als Bezeichnung für diesen Krebs bevorzugt da ja eigentlich
niemand einen Destructor - "Zerstörer "in seinem Becken haben will und der Krebs sich auch besser
als Cherax albidus besser vermarkten läßt.
Ursprünglich für den Speisehandel importiert( Australien produziert ca. 200 Tonnen für den Speisehandel
jährlich ) entdeckten einige Händler das diese bizarren Geschöpfe auch anklang in der Aquaristik
finden und gaben somit den Startschuß für ein äußerst erfolgreichen Weg in die Aquarien vieler
Liebhaber .
Alle australischen Krebsarten gehören zu der Familie der Parastacidae welche außer in Australien auch
in Neu Guinea, Irian Jaya, Madagaskar und Süd Amerika vorkommen. Die Gattung Cherax ist mit mehr als 40 Arten
in Australien und neu Guinea vertreten und damit eine der größten Gruppen auf der südlichen Halbkugel
und auch eine der erfolgreichsten.
Dadurch das diese Art so anpassungsfähig ist hat dieser Krebs auch ein riesiges Verbreitungsgebiet .
Er kommt in ganz Victoria und New South Wales vor, sowohl als auch im südlichen teil Queenslands ,Süd
Australien und Gebieten des Northern Territory.
Für gewöhnlich kommen Yabbies in Gewässern vor die trüb sind und sehr langsam fließen
,in denen der Sauerstoffgehalt sehr hoch ist und die Vegetation sehr dicht aber auch in den warmen Tümpeln
des Inlands den Billabongs wie sie von den Einheimischen genannt werden oder den Kanälen und Sümpfen
mit vielen Versteckmöglichkeiten damit sie vor Räuberischen Vögel und Fischen geschützt sind.
In den glasklaren Bächen oder Seen ist er nicht so häufig anzutreffen was darauf hinweist das er womöglich
gerne Gewässer besiedelt die ihm den größtmöglichen Schutz vor seinen Fressfeinden bieten
können.
Da der Yabby auch ein sehr großes Temperatur Spektrum hat kann Temperaturen von 1°C bis 35 °C überleben.
Wenn die Wassertemperatur jedoch unter 16°C fällt hört der Krebs auf zu wachsen und Temperaturen
über 35 °C führen auch zu einem Wachstumsstopp und auch oft zum Tod der Tiere. Die optimalen Temperaturen
für die Züchtung dieser Tiere werden mit 20 -28 °C angegeben was auch für die Haltung in den
Aquarien zutrifft.
Der PH wert in den Gewässern in denen Cherax destructor gezüchtet wird beiträgt meistens 7,5 -
10,5 und nur selten unter PH 7.
Yabbies sind auch tolerant gegenüber dem Salzgehalt des Wassers.
Forschungen haben ergeben das Cherax destructor mehr als 48 Stunden in Meerwasser überleben kann.
Doch seine Anpassungsfähigkeit ist nicht überall gern gesehen. In Tasmanien wurde der Krebs eingeführt
und ist sogar zu einem Schädling geworden. Auch in Spanien wurden einige frei lebende Populationen gefunden.
Auf Herbizide und Insektizide reagiert der Krebs jedoch sehr empfindlich insbesondere bei Petroleum Produkten,
die eventuell von dem vielen Straßenverkehr entlang der Australischen Straßen auslaufen, könnten
ganze Populationen auslöschen.
Doch auch außerhalb des Wassers kann Cherax destructor mehrere Monate überleben, vorausgesetz seine
Kiemen werden feucht gehalten (die Luftfeuchtigkeit sollte allerdings sehr hoch sein). Aber auch um Dürre
Perioden zu entkommen kann der Krebs sich eingraben und somit Monate in einer gegrabenen Kammer am Ende des Gangs
verbringen.
Fällt der Wasserspiegel abermals gräbt der Krebs immer tiefer um so an den Grundwasserspiegel zu kommen.
Berichten zufolge wurden schon Gänge bis zu einer tiefe von 5 Meter gefunden.
Der Yabby gehört zu der sogenannten "smooth shelled crayfishes" was soviel bedeutet das die Oberfläche
seines Panzers glatt ist und nicht so stachelig wie bei den "spiny crayfishes " wie z.B. Euastacus armatus
dessen Panzer mit spitzen stacheln besetzt ist.
So wie alle Krustentiere muß wächst auch der Yabby nicht stetig sondern in schritten was im allgemeinen
als Häutung bezeichnet wird. Diese erfolgt in sogenannten Häutungsperioden die hängen jedoch von
der Temperatur des Wassers ab und von der Länge der Tage welche die Häutungshormone stimulieren.
Doch hängt die Häufigkeit des Häutens auch mit dem Alter des Krebses zusammen.
Jungkrebse die noch an der Mutter hängen häuten sich alle paar tage, ein 1jahr alter Krebs 2-3 mal jährlich
und ein 4-5 jähriger wahrscheinlich nur einmal im Jahr.
Das ist auch das alter das erwachsene Cherax destructor in freier Natur erreichen können, wobei die Tiere
im Aquarium auch wesentlich älter werden.
Weibchen bleiben auch meistens kleiner als die Männchen welche zu einer beachtlichen Größe heranwachsen-
und bis zu 300 Gramm wiegen können.
Die durchschnittliche Größe beträgt jedoch ca. 7-20 cm und 20 - 80 Gramm.
In freier Wildbahn jedoch erreicht kaum ein Jungtier das alter und diese Größe. Forschungen haben ergeben
das 95- 99 % aller Jungtiere das erste Jahr nicht überstehen werden und nur wenige das alter ihrer Eltern
erreichen. Im 2 Jahr ist die Sterblichkeit etwas geringer und beträgt nur 50-80 %. Ein Yabby hat viele Freßfeinde
nicht nur der Mensch stellt ihm seit Urzeiten nach sondern auch Fische , Vögel, Schildkröten andere Krebse
und Wasserratten. Ein Muttertier kann in einem Jahr aber 500 - 1000 Jungtiere produzieren was aber auch von ihrer
jeweiligen Größe abhängt somit das überleben dieser Art sichern.
Eine sichere Unterscheidung zwischen den Geschlechtern kann man nur dann machen wenn man die Tiere auf den Rücken
dreht um sie von der Unterseite zu betrachten. Die Männchen haben die Gonopoden an dem fünften Beinpaar
,die Weibchen an dem dritten Beinpaar 2 ovale Öffnungen die man Gonoporen nennt .Manchmal treten auch Tiere
auf die beide Geschlechtsmerkmale besitzen sowohl Gonopoden als auch Gonoporen.
Diese zweigeschlechtlichen Tiere sind meistens entweder Männchen oder Weibchen und sehr selten Hermaphroditen,
fähig sowohl Sperma als auch Eier zu produzieren.
Aus den Gonoporen der Weibchen kommen die Eier dann auch heraus und werden vorbeigeführt an dem Spermapaket
das daß Männchen genau neben den Gonoporen plaziert hat ,um sie zu befruchten. Sobald sie befruchtet
worden sind werden sie an die Unterseite des Abdomens geleitet wo sie an den Pleopoden ( Schwimmfüßchen
an der Unterseite des Abdomens ) befestigt werden.
Während der Eiablage konnte ich beobachten wie das Weibchen sich auf den Rücken legte um so einem Verlust
der Eier vorzubeugen.
Die Farbe der Eier kann unterschiedlich sein und von einem dunkel- grün bis zu einem bläulichen -orange
.Nicht immer sind alle Eier befruchtet und die unbefruchteten Eier werden von dem Weibchen abgetrennt und meistens
gefressen. Die unbefruchteten Eier nehmen auch nicht die dunkle Färbung an die von den befruchteten Eiern
nach ca. 1 Woche angenommen wird .Diese werden dann schwarz und nach ca.3 Wochen abhängig von Temperatur ,
kann man auch schon die Jungtier erkennen.
Die Jungtiere haben feine Häkchen an ihren Beinen um so besser an den feinen Hährchen der Pleopoden ihrer
Mutter haften zu bleiben.
Manchmal frißt das Weibchen wenn es sich gestört fühlt aber auch das ganze Gelege.
Die Eier sind oval und unförmig und messen ca.2.5 mm von Pol zu Pol und ca. 1.5 mm am Äquator.
Während der Tragzeit versuchen die Weibchen sich möglichst versteckt zu halten und sind meistens in einer
Höhle zu finden oder unter Wurzeln und Steinen .Manche Weibchen sind nach der Eiablage so erschöpft das
sie sich mehre Tage zurückziehen und nur ab und zu zum fressen aus ihrem Versteck kommen. Auch im Aquarium
sollte man den Weibchen eine Möglichkeit zum Rückzug bieten.
Im Aquarium können weit mehr Jungtiere überleben wenn man ihnen ausreichend Versteckmöglichkeiten
bietet damit sie vor ihren Eltern oder ihren Artgenossen sicher sind.
Der Yabby heißt zwar der Zerstörer doch im Aquarium verhält er sich gegenüber Artgenossen
sehr friedlich. Auch Fischen gegenüber konnte ich kein auffällig aggressives verhalten beobachten .In
einem Becken dessen maße 60x40x40 konnte ich 3 Yabbies ( ein Männchen und zwei Weibchen ) mehrere Monate
pflegen ohne das es zu einem Zwischenfall gekommen wäre. Diese teilten sich sogar dieselbe Höhle die
sich das Männchen ausgegraben hatte und waren im Umgang sehr friedlich miteinander. Ich konnte auch kaum Unruhe
oder Revierkämpfe in dem Becken beobachten. Das Trio ging äußerst friedvoll miteinander um.
Als optimale Beckengröße würde ich allerdings Becken ab 100 Liter für ein Paar angeben.
Die Lebendgebärenden von denen ich einige in dem Aquarium mit den Krebsen zusammen pflege hatten sich anders
als erwartet ,sogar ziemlich stark vermehrt.
Auch die Vergesellschaftung mit großen Fischen ist problemlos wenn man für ausreichend Futter sorgt
und genügend Versteckmöglichkeiten damit sie nach der Häutung nicht von den Fischen gefressen werden.
Krebse sind Omnivore und deshalb kann man auch im Aquarium den Speisezettel breit fächern.
Die im Zoohandel angebotenen Fischfutter eignen sich auch als Krebsfutter ,sowohl Flocken ,Granulat und Gefrorenes
Lebendfutter aber es sollten als zusätzliches Futter auch Maiskörner gefrorene Erbsen oder sonstiges
Gemüse verabreicht werden. Abwechselnd , wie bei den anderen Krebsarten auch kann man abgestorbene Eichenblätter
oder anderes Laub verfüttern das man im Wald sammeln kann. Diese schwimmen zwar am Anfang an der Oberfläche
doch kurze Zeit später sinken sie zu Boden und werden von dem Krebs gefressen.
Dieser Krebs heißt zwar Cherax destructor "der Zerstörer" doch ist sein Ruf schlechter als
der Krebs eigentlich ist. Natürlich wird er das Aquarium nach seinen Wünschen einrichten wenn man ihm
einige Steine und Wurzeln zur Verfügung stellt und auch manche Pflanzen
haben eine gute Chance zu wachsen wenn man die Krebse gut füttert.