German Crayfish Articles/Deutsche Artikel


Cherax tenuimanus Der Marron

Ein echter Riese unter den Süßwasserkrebsen ist der in Australien vorkommende Cherax tenuimanus.
Er gehört zu der Familie der Parastacidae die in Süd Amerika , Madagaskar, Neu Zeeland, Neu Guinea und Australien vorkommen. Das Verbreitungsgebiet dieses Krebses befindet sich in Westaustralien, angefangen vom Murray River bis zum weiter südlich fließenden Kent River in der Nähe der Stadt Albany sowie im Norden bis zum Chapman River in der Nähe von Geraldtown und südöstlich bis in die in den Flüsse um Esperance.
Der Cherax tenuimanus ist der größte der Cherax Gruppe. Übertroffen wird er nur von dem in Tasmanien lebenden Astacopsis gouldi, der mit einer Länge von über 40 cm und einem Gewicht von ca. 3.5 Kg ein absoluter Gigant ist ,wobei in früheren Zeiten auch schon Tiere mit einer Länge von 80 cm und einem Gewicht von annähernd 6 Kg gefangen sein sollen. Dieses kann natürlich der Wahrheit entsprechen, jedoch konkrete Beweise dafür wurden bisher leider nicht erbracht oder gingen bedauerlicherweise verloren.

Der Marron, so wird er in seiner Heimat meistens genannt, wird in Australien hauptsächlich als Speisekrebs gezüchtet - und dieses deshalb weil er vergleichsweise schnell wächst und keine Gänge gräbt .
Von Australien aus wird er in die ganze Welt verschick und dient so manchem Feinschmecker als willkommene Gaumenfreude.
Doch er wird nicht nur zu Speisezwecken gezüchtet, manche Züchter in Australien haben entdeckt, dass diese Kruster auch ein gewisses Interesse bei etlichen Aquarianer wecken, besonders wenn die Krebse strahlend blau gefärbt sind, so dass man annehmen könnte, die Färbung sei nicht natürlich.
Bei genauerem Nachfragen bei den australischen Züchtern stellt sich jedoch heraus das die blaue Farbe die albinotische Variante des sonst braunen oder schwarz gefärbtem Cherax tenuimanus ist.
Die Identifikation dieses Krebses ist relativ einfach, da er sich in einigen Merkmalen von den anderen in Australien lebenden Krebsen unterscheidet.
Als erstes wäre seine Größe zu nennen : Diese Art kann eine Länge von 40 cm erreichen und ein Gewicht von nahezu 2 kg.
Ferner hat dieser Krebs 5 Kämme an seinem Hinterkopf und zwei spitzige Zacken auf der Oberfläche des Schwanzfächers.
Außerdem fehlen diesem Krebs die feinen Härchen auf den Scheren wie es bei den anderen West-Australischen Arten der fall ist.
Männchen und Weibchen kann man unterscheiden indem man die Krebse auf den Rücken dreht und sich die Beinpaare genauer anschaut: Der männliche Krebs hat zwei bläuliche Sperma-Öffnungen an dem letzteren seiner 5 Beinpaare (Abb..). Die Weibchen hingegen haben jeweils eine Öffnung an dem Ende des 3. Beinpaares.(Abb..)
Im natürlichen Lebensraum bevorzugt dieser Krebs die tieferen Stellen der Flüsse, wo er sich tagsüber aufhält und sich zwischen Baumstämmen oder Steinen vor seinen natürlichen Feinden, wie z.B. dem Kormoran, zu verstecken versucht. Bei eintretender Dämmerung werden die Tiere aktiv und gehen auf Futtersuche.
Cherax tenuimanus sind Einzelgänger und innerartlich sehr aggressiv. Wenn diese Krebse gefüttert werden kann man sogar eine soziale Hierarchie erkennen, d.h. die größeren dominieren die kleineren, was dann letztendlich zum Ergebnis führt, dass die größeren noch mehr Futter abbekommen und schneller wachsen .Das macht auch die Haltung in einem Gemeinschaftsbecken nicht einfach, da immer die Gefahr besteht, dass die größeren Krebse die kleineren auffressen.
Den Haupteil des Futters macht auch bei diesem Krebs Detritus aus. Abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Blätter, Stengel oder Äste und deren Rinde. Deswegen sollte man auch im Aquarium darauf achten, dass immer etwas davon vorhanden ist. Auch Discusgranulat, Kartoffeln oder Rotemückenlarven können genommen werden.
Das Wachstum ist auch bei diesem Krebs abhängig von Temperatur, der Populationsdichte sowie dem Vorhandenseins einer ausreichenden Futtermenge .
Dabei muß auf jeden Fall beachtet werden, dass Cherax tenuimanus ziemlich empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert. Deshalb sollte man das Becken mit den Tieren in einer schattigen Ecke der Wohnung ausstellen, so dass die Temperatur auch im Sommer die 27°C-Markenicht übersteigt .Optimal sind Temperaturen von 15- 22°C. Ferner sollte man auch darauf achten, das dass Becken gut durchlüftet ist, denn auch darauf reagieren die Tiere ziemlich empfindlich.

Auch in freier Natur wurde Massensterben dieser Krebse registriert. Dieses wird auf zu hohe sommerliche Wassertemperaturen zurückgeführt. Auch das Brüten dieser Krebse ist etwas schwieriger. Die Weibchen fangen erst ab dem 3 Lebensjahr zu brüten an, in Ausnahmefällen ab dem 2 Lebensjahr. Hierbei ist auch auf den Sauerstoffgehalt zu achten . Dieser sollte während der Brutphase sehr hoch sein.
Die Anzahl der Eier kann bei einem relativ kleinen Weibchen 90 Eier, bei einem großen bis zu 900 Eier betragen.
So wie alle Krebsarten aus Australien reagiert auch Cherax tenuimanus anfällig auf den Erreger der Krebspest, den Schlauchpilz Aphanomyces astacii.
Deshalb sollte man versuchen, dass der Krebs womöglich nicht mit ihm in Berührung kommt, denn das hätte wahrscheinlich das Ableben des Krebses zur Folge. Man sollte ihn nicht mit amerikanischen Krebsen wie Procambarus Clarkii oder anderen Procambarus oder Orconectes Arten in einem Becken vergesellschaftlichen.

Fazit: Cherax Tenuimanus ist ein wunderschöner Krebs, aber die Haltung ist etwas schwieriger und dadurch auch eher nicht für Anfänger geeignet. Diese Krebse sollten ein Becken beziehen, dass mindestens 150- 50-50 cm ist und einen schattigen Platz in der Wohnung bekommt .

Es sollte immer darauf geachtet werden das genügend Sauerstoff im Becken ist und das Detritus in ausreichenden Mengen vorhanden ist.

Literatur:

Fisheries Information publication 1985
Marron and Marron Farming

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